WOHNEN – EINE ÖFFENTLICHE AUFGABE

Für diesen Satz bin ich bei einer Sitzung letztens regelrecht ausgelacht worden.
Dabei nehmen die sozialen Herausforderungen beim Wohnen kontinuierlich zu.

Deutschland galt lange als gerechte Gesellschaft. Jetzt werden laut OECD die Unterschiede zwischen Arm und Reich aber immer größer.

Die Einkommensschere geht immer weiter auseinander

In Deutschland ist die Einkommensungleichheit seit 1990 schneller gewachsen als in anderen wohlhabenden Industriestaaten. Das ist das Ergebnis einer ganz aktuelle Untersuchung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), einer Denkfabrik der Industrienationen.

Hinzu kommt der demographische und gesellschaftliche Wandel.

Früher hat  der Staat mit dem Sozialen Wohnungsbau den sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern versucht. Die Rücknahme entsprechender Förderungen kann aber diesen Fragen von Integration und zunehmender Verarmung nicht mehr gerecht werden.

Überlässt man jedoch die Wohnraumversorgung allein dem Kapitalmarkt führt dies zwangsweise zu Segregation.


Gerade aber die Integration sozial benachteiligter Bevölkerungsschichten
ist die wichtigste Aufgabe eines erfolgreichen Sozialstaates.

Wir müssen dem höchst problematischen Trend entgegensteuern, dass es immer weniger gemischte Wohnquartiere in der Stadt gibt.

Die Wohnungswirtschaft und die Politik muss sich die Frage stellen, ob sie für die gesellschaftlichen wie auch sozialen Herausforderungen gerüstet ist.

Heiner Geißler sagte mal, anlässlich einer Veranstaltung der Wohnungswirtschaft in Hessen, den schönen Satz: „Das Kapital muss dienen, nicht beherrschen“.

Die Gefahr der Ökonomisierung bedroht die Wohnungswirtschaft. Das Wohnen ist aber eine öffentliche Aufgabe.

Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass ihnen bezahlbarer und angemessener Wohnraum zur Verfügung gestellt wird.Nur so ist- speziell in Zeiten von Verunsicherung und Kapitalvernichtung durch Turbokapitalismis – ein friedliches Miteinander in unseren Städten möglich.

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