Frauen, lasst Euch nicht instrumentalisieren!

Der neue Focus tituliert: die Mehrheit der Frauen lehnen eine Quote ab.

Und die Referentin der Veranstaltung in der IHK, Frau Marianne Heiß, European Finance Director der BBDO hat das selbe gepredigt.
Nach einer sinnigen Einleitung, in der mit Zahlen eindrücklich belegt wurde, wie demographischer Wandel und Fachkräftemangel die Wirtschaft in raue Gewässer führen wird, wurde das absolut richtige Statement abgegeben, dass das Potential der Frauen alleine nicht ausreicht um diese Lücke zu füllen.

Danach handelte der gesamte Vortrag nur noch von Bedingungen, Zuständen und Situationen, die allesamt äußerst schlagkräftige Argumente für die Quote waren.

Ich war sprachlos, wie man nach diesen Beschreibungen immer noch zu dem Schluss kommen konnte, dass wir keine Quote bräuchten. Wie sich eine intelligente Frau vor den Karren der Männerriege spannen lässt, um weiterhin dafür zu sorgen, dass sich an den Ungerechtigkeiten nichts ändert.
Großes Kopfnicken im Kreis der Zuhörerinnen – oh je!!!

Und dann der unsägliche Titel im „Focus“. „Wir wollen keine Quote!  Starke Frauen rebellieren gegen Staats-Diktat und Gleichmacherei“
Ich kann es nicht fassen, wie die erfolgreichen Frauen fleißig daran schaffen dass sich die gläserne Decke um eine noch viel perfidere Variante verstärkt.

Eine Quote heisst mitnichten, dass die erfolgreichen Frauen vom Leistungsprinzip lassen sollen/können. Sie studieren das selbe wie ihre männlichen Kollegen, aber unter völlig anderen Voraussetzungen.
Wer bekommt die Kinder?
Wer hat ein schlechtes Gewissen, wenn die Kinder aufgrund der Arbeitsbedingungen zu kurz kommen?

Ach ja,  die hanebüchene Studie des Instituts für deutsche Wirtschaft, laut der der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern nur 2 % betrüge….
Ein weiteres Beispiel wie subtil die gläserne Decke funktioniert.
Die Studie vergleich mitnichten Gleiches mit Gleichem. Frauen die  wegen Kindererziehung eine Auszeit genommen haben oder Teilzeit arbeiten, werden in dieser Studie nicht berücksichtigt.
Eine lückenhafte Erwerbsbiographie wird als Qualitätsmangel bewertet.

Gegenübergestellt werden nur die, die gleich lang im Berufsleben stehen. (z.B. Frauen im Minijob machen die Erfahrung, dass sie – auch mit einer qualifizierten Berufsausbildung – im Minijob nicht mehr als qualifizierte Fachkraft gelten).
Es ist geradezu eine Frechheit, wie Oliver Stettes, der Leiter dieser Studie, diese Problematik bagatellisiert und uns damit für blöd verkaufen will.

Cicero kommt zu dem richtigen Schluss:
„Wären Frauen Männer, gäbe es keine Unterschiede mehr.“

So lange Kinder für viele Arbeitgeber ein Problem darstellen und für eine unterbrochene Erwerbsbiografie sorgen, die dann nochmal ein Nachteil ist, sind die Chancen nicht gleich.
Und so lange braucht es auch eine Quote.

Alle Frauen, die jetzt schreien, sie wollen keine Quotenfrau sein und stattdessen an ihren Leistungen gemessen werden, bitte aufwachen!

Lasst Euch bitte nicht im Sinne der gläsernen Decke instrumentalisieren!

(Bei den Zitaten der „erfolgreichen“ Frauen im aktuellen Focus stellen sich einem teilweise die Haare zu Berge“)

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