Mittelstandstour – dieses Mal in Ehingen, Fa. Kupil

Kunststoffenster – nicht gerade das Lieblings-Gestaltungselement der Architekten.
Wohl aber der Häuslesbauer, Sanierer und Bauherren.

Sie sind zumeist weitaus günstiger als ihre Holz- oder gar Holz-Alukollegen.
Und sie haben einen guten U-Wert, besonders bei 3-fach Verglasung.

Bei Fenstern werden grundsätzlich drei U-Werte unterschieden:
› Uw (w = window) – der Gesamtwert des Fensters
› Ug (g = glazing) – der U-Wert der Verglasung
› Uf (f = frame) – der U-Wert des Rahmens

Für energetische Sanierungen, aber auch für die Gebäudeenergie im Neubaubereich spielt das eine große Rolle. Und wenn mit Kunststofffenstern ein Weg gefunden wurde, den Energieeinsparanforderungen auf bezahlbare Weise entsprechen zu können, ist daas auch für mich, als Architektin und als Grüne ein guter Weg.

Zumal uns bei meinem Besuch der Fa. Kupil in Ehingen gezeigt wurde, wie heute die alten Kunststoffenster recycelt und dann wieder zu einem Fenster verarbeitet werden.

Zugegeben, der recycelte Anteil ist noch viel zu gering, aber immerhin werden diese Rohstoffe dadurch nicht mehr als Sperrmüll entsorgt.
Ein Anfang wurde gemacht. Ein erster Schritt auf einem langen Weg.

“Zeitreise” für alte Kunststofffenster
Spezial-Recyclinganlage der Veka Umwelttechnik GmbH in Thüringen

Der junge Geschäftsführer Herr Hilker hat für seine Mitarbeiter ein Ökocafe auf dem Firmengelände eingerichtet, sowie einen Schmetterlingsgarten, der von engagierten BUND Mitgliedern entwickelt und zusammen mit Schülern gestaltet wurde.

Ein großes Dankeschön für die Organisation dieses Termins an den OV der Grünen in Ehingen und an Angela Scheffold.

Presse:
„Zwei Seiten, eine Mission“ – schwäbische.de
„Bundestagskandidatin der Grünen besucht Firma Kupil“ – SWP
„1oo Jahre PVC“ PM der Bundestagsfraktion

 

Bundestagskandidatin der Grünen besucht Ehinger Firma Kupil

Kunststoff ist eine nachhaltige Konkurrenz zu Holz. Besonders gilt dies für Fenster. Diese zentrale Aussage nahm die Grünen-Kandidatin Annette Weinreich von ihrem Besuch bei der Firma Kupil in Ehingen mit

DORIS MOSER | 28.06.2013

.

Auf ihrer Wahlkampftour machte gestern die Bundestagskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Annette Weinreich aus Ulm, mit dem Ehinger Ortsvorstand der Partei bei der Firma Kupil in Ehingen Station. Die Besucher gewannen dort interessante Eindrücke. Christian Hilker von der Geschäftsleitung führte die Gäste durch den Betrieb, der 1978 in Kirchen gegründet wurde und sich vor 13 Jahren im Norden Ehingen etablierte. Seitdem wird expandiert, derzeit sind 85 Mitarbeiter beschäftigt, denn die Produkte der Firma liegen im Trend.

Vollautomatisch wird der Löwenanteil der Fenster mit hochmodernen computergesteuerten Maschinen gefertigt – in einer Stunde entsteht ein komplettes Fenster, einen auf einen Meter groß. Nur ein kleinerer Teil wird deutlich aufwendiger nach Maß gearbeitet. Fenster aus Kunststoff seien umweltfreundlich, sie halten länger als hölzernen Kollegen, müssen nicht gestrichen werden und lassen sich zu 99 Prozent als Granulat wieder zu Fenstern oder anderen Produkten verarbeiten, erklärte Hilker. Weil die erste Generation Kunststoff-Fenster mittlerweile 30 Jahre alt sei, rolle ein riesiges Pensum Arbeit auf die Recyclingbetriebe zu, die ihre Kapazitäten erweitern und ihre Standorte verdichten müssen. „Wir stellen somit absolut nachhaltige Produkte her“, betonte Hilker. Ökonomie und Ökologie zu vernetzen, gehöre bei Kupil zur Firmenphilosophie.

Dreifach verglaste und damit optimal energiesparende Isolierfenster haben mittlerweile einen Anteil von 80 Prozent, nur noch etwa 20 Prozent der Fenster werden mit zweifacher Verglasung geordert, etwa im sozialen Wohnungsbau, weil diese Variante kostengünstiger ist. Eine Aussage, die Annette Weinreich, die von Beruf Architektin ist, nicht gefiel: „Bei der Sanierung wird gespart, die Mieter können dann sehen, wie sie mit den hohen Nebenkosten klar kommen“, monierte sie. Die Grünen haben deshalb in ihrem Wahlprogramm gezielt ein Energiesparpaket mit drei Milliarden Euro geschnürt, um den Sanierungsstau bei älteren Gebäuden zu fördern – gegenfinanziert mit Steuererhöhungen. Christian Hilker nannte es gesellschaftspolitisch erstrebenswert, dass sich möglichst viele Menschen eigenen Wohnraum schaffen.

Generell müsse die Energiewende rasch vorangebracht werden, forderte Angela Scheffold. Deutschland müsse die Vorreiterrolle übernehmen. Dabei sei die eingesparte Energie der effektivste Faktor in der Gesamtbilanz. Nach dem Rundgang und einem Film über das Recycling von Kunststoff-Fenstern besuchte die Gruppe mit Scheffold den von ihr und einigen BUND-Frauen gestalteten Schmetterlingsgarten auf dem Firmenareal.

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