Gewählt :-) Ich bin sehr motiviert Anmerkung 2017: Ich WAR sehr motiviert :-(

Bei der LDK in Pforzheim haben mich die Delegierten in den Landesvorstand der Grünen gewählt. Ich bin zum ersten Mal in diesem Gremium und bin sehr gespannt auf die Arbeit dort. Mit dieser Rede habe ich mich beworben:

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich mag nicht von einem Flüchtlingsproblem oder einer Flüchtlingskrise reden wie von einem Erdbeben oder einem Tsunami. Als Grüne stehen für mich die Menschen im Mittelpunkt.
Wir schaffen das!
Ja! Schaffen müssen das Bürgermeister, Verwaltungen und Parlamente in den Kommunen. Dort entsteht die Willkommenskultur, dort packen engagierte Helferinnen und Helfer zu – und dort fehlt Wohnraum.

Nicht wegen der Geflüchteten, sondern wegen hausgemachter Versäumnisse bei der Wohnungsbauförderung in Bund, Land und Kommunen in den letzten 20 Jahren.

Braucht es erst Hunderttausende an Flüchtlingen, damit das Thema sozialer Wohnungsbau wiederbelebt wird und aus der ideologischen Schmuddelecke der CDU herauskommt?

Als Architektin und als Mitglied der BAG Planen-Bauen-Wohnnen, wünsche ich mir eine Art Ideenschmiede zwischen Architektur und Politik, denn die Architektur spiegelt unseren Umgang mit den Menschen wieder, sie zeigt, wie wir auf ihre unterschiedlichen Lebenssituationen und Bedürfnisse antworten.

Da die meisten Flüchtlinge gekommen sind, um zu bleiben, wollen sie leben wie wir – in Wohnungen und nicht in Unterkünften oder Anschluss-Unterkünften.

Jetzt muss also viel gebaut werden! Aber gerade wir Grünen müssen jetzt ganz genau darauf achten was, wo, wie und von wem gebaut wird!

Vordergründig steht die Wohnraumversorgung
für Menschen aus unteren und mittleren Einkommensschichten,
für Studierende
für angekommene Geflüchtete und
für Leistungs- und Hilfeempfänger.

Wo, wieviel, weshalb und seit wann: Auf diese Fragen zu leerstehenden Wohnungen und Balücken haben die Kommunen keine vollständigen Antworten. Dass Eigentum verpflichtet, müsste eigentlich gesellschaftlicher Konsens sein.
Wäre ein Leerstandskataster ein probates Mittel?
Inwieweit können Baustandards abgesenkt werden und trotzdem nachhaltige Wohnungen gebaut werden?
Wie kann die Nachverdichtung erleichtert werden?

Auf gar keinen Fall dürfen die erforderlichen Massnahmen den Profiteuren der „der Markt wird es schon richten“ Fraktion die Taschen füllen.

Und!!! Lasst uns dabei ehrlich bleiben. Temporäre Lösungen sind unbefriedigend, aber zunächst leider unumgänglich, denn:
Gescheit Bauen dauert nun mal seine Zeit, die benötigten Wohnungen können nicht schnell mal, noch vor dem Winter aus dem Boden gestampft werden.

Diese und andere Bauthemen werden auch bei der Landtagswahl eine wichtige Rolle spielen – da kann es doch nicht schaden, wenn eine Architektin im Parteirat sitzt?

Wohnungsbau und Stadtentwicklung sind  wichtige Querschnittsthemen und nichts für konservative Betonierer: es geht um nachhaltige und sozialverträgliche Konzepte.
Und wieder zeigt sich, wie sehr Architektur und Politik miteinander verbunden sind. Es ist wünschenswert und gut, wenn sich Architektinnen und Architekten stärker politisch einbringen.
An meinem Engagement soll es nicht fehlen. Deshalb möchte ich gerne den Parteirat als Teamplayerin verstärken, mit meiner praktischen Berufserfahrung als freie Architektin und meiner politischen Erfahrung als Gemeinderätin in Ulm.

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